Höhepunkte im Gartenjahr: Goldener Oktober

Goldener Oktober

Der Herbst ist ein begnadeter Künstler. An glänzenden Ideen mangelt es ihm nicht, wenn das Jahr sich mit Pracht vollendet. Auf der Farbpalette des großen Designers stehen anfangs aufregendes Rot, Orange und Goldgelb, die Farbe des Oktobers. Der Oktober meint es gut mit uns: Meist erscheint er als Schönwetterperiode und seine nebligen Schleier legen einen geheimnisvollen Zauber über Wiesen und Felder. Viele Gehölze und Stauden zeigen sich in ihrem schönsten Festkleid aus leuchtendem Herbstlaub.

Eisenholzbaum, Parrotie

Botanischer Name: Parrotia persica

Der Eisenholzbaum gehört zu den schönsten Herbstfärbern, sein Laub tönt sich von Gelb über Orangerot bis zu leuchtendem Scharlachrot. Auch im Winter ist der Eisenholzbaum eine Zierde: wegen seiner abblätternden Rinde und der attraktiven Winterknospen. Im März, meist vor dem Laubaustrieb, erscheinen die dekorativen zartgelben Blüten mit den feuerroten Staubgefäßen.

Der Eisenholzbaum ist ein herrliches Solitärgehölz für größere Gärten. Der sommergrüne Strauch oder Baum wird 8 bis 12 Meter hoch und wächst mit breit ausladenden Ästen. Er gedeiht auf allen normalen Gartenböden und sollte sonnig bis halbschattig stehen. Ein warmer Standort mit tiefgründigem Lehmboden wird bevorzugt. Der aus Westasien stammende Baum gehört zur Familie der Zaubernuss.

Fasanenschwanzgras

Botanischer Name: Anemanthele lessoniana

Das Fasanenschwanzgras ist eine ausdrucksstarke Pflanze mit halbkugelförmig überhängenden grünen Halmen. Faszinierend ist seine Herbstfärbung in Gelb-, Orange- und Rottönen. Es bildet dichte Horste und liebt vollsonnige, nicht zu trockene Standorte mit gut durchlässigem Boden. Seine Blüte ist unscheinbar. Es ist halbimmergrün und benötigt Winterschutz. Das aus Neuseeland stammende Fasanenschwanzgras wird etwa 60 cm hoch. Am besten pflanzt man es in kleinen Tuffs mit 3 bis 5 Pflanzen im Abstand von 30 bis 40 cm.

Lampenputzergras 'Cassian'

Botanischer Name: Pennisetum alopecuroides ‚Cassian‘

Das Lampenputzergras ‚Cassian‘ ist ein echter Hingucker durch seine üppige Blüte und die attraktive Herbstfärbung in Goldorange mit leichtem rötlichen Schimmer. Es blüht sehr früh und überaus reich.

Das Lampenputzergras ‚Cassian‘ wächst aufrecht und wird 80–100 cm hoch und 50–70 cm breit. Es braucht einen vollsonnigen Standort, an den Boden stellt es keine besonderen Ansprüche. Das exotisch anmutende Gras schafft schöne Inseln im Beet, kann als Solitär, in Gruppen oder in gemischte Staudenbeete gepflanzt werden. Da der Austrieb der Pflanze im Frühjahr äußerst schwach ist, kann man es gut an einen Ort setzen, wo im Frühjahr Zwiebelblumen blühen. Auch für Kübel ab einer Größe von 15 Litern ist es geeignet. Die Halme mit den borstigen Blüten machen sich auch gut in bunten Blumensträußen oder in Gestecken.

Perückenstrauch

Botanischer Name: Cotinus coggygria

Im Frühling und Sommer ist dieser Strauch eher unauffällig, im Herbst wird er zu einer echten Attraktion im Garten: Seine wunderbare goldene Herbstfärbung und die pomponartigen Fruchtstände, die tatsächlich an Perücken erinnern, setzen starke Akzente.

Der Perückenstrauch ist vollkommen pflegeleicht und absolut winterhart. An den Boden stellt er keine besonderen Ansprüche. Warme, sonnige und trockene Lagen werden bevorzugt. Im Alter erreicht dieser Strauch eine Höhe von 2 bis 3 Metern. Zurückgeschnitten werden sollte er möglichst nicht. Der Perückenstrauch kann einzeln oder in Gruppen gepflanzt werden, er eignet sich auch für Kübel.

Neben dem grünlaubigen Perückenstrauch gibt es eine Sorte mit dunkelrotem Laub: Cotinus coggygria ‚Royal Purple‘.

Eisenhutblättriger Japanahorn

Botanischer Name: Acer japonicum ‚Aconitifolium‘ (Japanischer Feuerahorn)

Ein atemberaubendes Schauspiel mit Laubfarben von leuchtend Orange bis Feuerrot bietet der Eisenhutblättrige Japanahorn zu Beginn des Herbstes. Im Sommer ist das filigrane, tief eingeschlitzte Laub frischgrün. Die Blüte im April ist nicht besonders auffällig, aber im Sommer schmückt sich der Ahorn mit dekorativen, roten Fruchtflügeln.

Diese langsam wachsende Ahornart entwickelt sich zu einem breit-aufrechten Großstrauch oder kurzstämmigen Kleinbaum. 3 bis 4 Meter wird sie hoch. Sie bekommt im Alter eine schirmförmige Krone und sollte in Einzelstellung stehen. Der Eisenhutblättrige Japanahorn sollte in einen tiefgründigen Boden gepflanzt werden, ohne Staunässe, aber auch im Sommer nicht zu trocken.

Prachtglocke

Botanischer Name: Enkianthus campanulatus

Die Prachtglocke begeistert zweimal im Jahr: im Mai mit zierlichen Blüten, im Herbst mit einer Laubfärbung in verschiedenen orange- bis feuerroten Tönen. Sie verdankt ihren Namen den maiglöckchenartigen Blüten, mit denen sie sich im Frühling schmückt. Die hübschen rötlichweißen Blüten hängen glockig in Dolden herab.

Die Prachtglocke ist ein hervorragendes Solitärgehölz, kann aber auch in Gruppen gepflanzt werden. Besonders gut wirkt sie im Heidegarten in Kombination mit Rhododendron. Die Prachtglocke wird 2 bis 4 m hoch und bis zu 3 m breit. Sie liebt humose und saure Böden, Kalk verträgt sie nicht. Ihr Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Sie kann auch gut als Unterpflanzung von hohen Bäumen verwendet werden.

Goldjohannisbeere

Botanischer Name: Ribes aureum

Dieser unkomplizierte Strauch ist im Herbst besonders attraktiv: Er schmückt sich sowohl mit leuchtend purpurnem Herbstlaub als auch mit schwarz-braunen Früchten. Die erbsengroßen Beeren sind nicht für den Verzehr geeignet. Ihren Namen verdankt die Goldjohannisbeere den goldgelben Blüten von April bis Mai.

Die Goldjohannisbeere kann sonnig bis halbschattig stehen, an den Boden stellt sie keine besonderen Ansprüche. Sie wächst aufrecht und buschig und erreicht eine Höhe und Breite von etwa 2 Metern.

Amberbaum

Botanischer Name: Liquidambar styraciflua

Der Amberbaum hat die vielleicht schönste Herbstfärbung aller Bäume. Die ahornähnlichen Blätter leuchten dann in Karminrot, Gelb, Grün und Violett. Die Färbung beginnt früh und hält lange an. Der Amberbaum ist ein stattlicher Baum von etwa 20 Meter Höhe mit geradem Stamm und kegelförmiger Krone.

Ein sonniger Standort und guter nahrhafter, feuchter Boden sind wichtig für den Amberbaum. Ansonsten ist er ziemlich anspruchslos. In der Jugend erfrieren in kalten Wintern manchmal die Knospen, der Amberbaum treibt dann erst im Juni aus. Im Alter ist er völlig frosthart.

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