Blumenzwiebeln: Der Frühling beginnt im Herbst

Der Frühling beginnt im Herbst

Wenn im Garten die letzten Sommerblüten verblühen und sich das Laub langsam verfärbt, denkt kaum jemand schon an den nächsten Frühling. Dabei ist genau jetzt die beste Zeit, um seine schönsten Farben vorzubereiten. Denn was im Herbst in die Erde kommt, verwandelt den Garten nach den Wintermonaten in ein Blütenparadies.

Tulpen, Narzissen, Krokusse, Hyazinthen und viele andere Frühlingsblüher brauchen die kalte Jahreszeit, um im Frühjahr rechtzeitig durchzustarten. Werden die Zwiebeln im Herbst gepflanzt, können sie im noch milden Boden Wurzeln bilden und wichtige Nährstoffreserven für ihre spätere Blüte aufbauen.

Die Auswahl ist riesig

Mit dem Herbst beginnt die große Pflanzzeit für Blumenzwiebeln. Wer auf der Suche nach besonderen Sorten ist, findet eine noch größere Auswahl. Bei besonders begehrten Sorten lohnt es sich, früh zu bestellen. Manche Raritäten sind bereits im Sommer vorbestellt und schnell ausverkauft.

Qualität beginnt bei der Zwiebel

Ob aus dem Gartencenter oder vom Fachversand: Achten Sie beim Kauf auf gesunde, kräftige Zwiebeln. Sie sollten fest und möglichst groß sein. Weiche, beschädigte oder bereits stark austreibende Exemplare bleiben besser im Regal.

Die Größe ist dabei durchaus ein Qualitätsmerkmal: Größere Zwiebeln entwickeln häufig kräftigere Pflanzen und größere Blüten.

Am besten werden die Zwiebeln direkt nach dem Kauf gepflanzt. Müssen sie noch etwas warten, sollten sie kühl, trocken und luftig lagern. Besonders wertvolle Sorten können kurzfristig im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden. Für eine längere Lagerung ist der Kühlschrank allerdings nicht geeignet.

Der richtige Platz entscheidet

Die meisten Zwiebelblumen lieben Sonne und Wärme. Es gibt jedoch auch Arten, die mit halbschattigen oder schattigen Plätzen gut zurechtkommen. Gerade die sehr früh blühenden Arten aus lichten Wäldern haben eine besondere Strategie: Sie treiben bereits aus, bevor die Bäume ihr dichtes Blätterdach entwickeln. Schneeglöckchen, Blausterne oder Hasenglöckchen können deshalb auch unter Gehölzen schöne Frühlingsbilder schaffen.

Wer ausreichend Platz hat, kann auf Zwiebelblumen setzen, die sich mit den Jahren verwildern und selbst vermehren. Aus wenigen Pflanzen entsteht so nach und nach ein immer größer werdender Blütenteppich – besonders schön unter Bäumen und Sträuchern.

So kommen die Zwiebeln richtig in die Erde

Blumenzwiebeln zu pflanzen ist unkompliziert. Entscheidend sind vor allem ein guter Boden und die richtige Pflanztiefe. Als Faustregel gilt: Die Zwiebeln werden etwa doppelt so tief gepflanzt, wie sie hoch sind. Ganz exakt muss dabei niemand messen. Viele Zwiebelblumen können ihre Position im Boden mithilfe sogenannter Zugwurzeln später selbst korrigieren.

Bei großen Zwiebeln und Knollen, etwa von Lilien oder Zierlauch, lohnt es sich allerdings, etwas tiefer zu pflanzen. So bekommen die späteren Pflanzen einen besseren Halt.

Boden vorbereiten
Heben Sie das Pflanzloch in der passenden Tiefe aus und lockern Sie den Boden gründlich.

Für guten Wasserabzug sorgen
Staunässe ist für viele Blumenzwiebeln problematisch. Besonders auf schweren Lehm- oder Tonböden hilft eine dünne Sandschicht im Pflanzloch, überschüssiges Wasser abzuleiten. Durchlässige, nährstoffreiche Erde ist ideal.

Zwiebeln einsetzen
Setzen Sie die Zwiebeln mit der Spitze nach oben in die Erde und drücken Sie sie leicht an. Große Zwiebeln und Knollen sollten etwa acht Zentimeter Abstand voneinander haben, bei kleinen Zwiebeln reichen etwa zwei bis fünf Zentimeter.

Erde auffüllen und angießen
Anschließend wird das Pflanzloch mit humoser Gartenerde verschlossen und die Erde leicht angedrückt. Bei trockenem Boden sollte gründlich angegossen werden. Die Feuchtigkeit regt die Wurzelbildung an und hilft den Zwiebeln, gut einzuwachsen.

Nicht jede Zwiebel mag Sonne

Die meisten Frühlingsblüher bevorzugen einen sonnigen Standort. Einige Arten fühlen sich jedoch auch im Halbschatten oder Schatten wohl.

Halbschatten bis Schatten:
Blaue Traubenhyazinthe, Hundszahn, Hasenglöckchen, Schneeglöckchen und Märzenbecher.

Trockene Standorte:
Schneeglöckchen, Traubenhyazinthen und Zierlauch.

Feuchte Standorte:
Die Schachbrettblume liebt einen feuchten bis sumpfigen Boden.

Nach dem Pflanzen ist Geduld gefragt

Ist die Arbeit im Herbst erledigt, brauchen Blumenzwiebeln erstaunlich wenig Aufmerksamkeit. Wichtig ist lediglich, dass der Boden nicht völlig austrocknet. Arten, die feuchte Böden bevorzugen, können direkt nach dem Pflanzen noch einmal gegossen werden.

Gepflanzt werden kann in der Regel bis kurz vor dem ersten Frost – häufig also bis in den November hinein. Der Boden ist zu dieser Zeit noch warm genug, damit die Zwiebeln Wurzeln bilden können.

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