Sicherheit in Ihrem Garten: Von Giftpflanzen bis Einbruchschutz
Sicherheit in all ihren Variationen ist eine relativ wenig beachtete Dimension in der Gartengestaltung. Allerdings findet sie bei dem allgemeinen Schutzbedürfnis immer mehr Interesse bei den Gartenbesitzern. Am meisten verbreitet ist noch der Gedanke an die Sicherheit bei Arbeiten im Garten, bei der Nutzung des Gartens durch Hausbewohner und Besucher.
Giftpflanzen mit Bedacht auswählen
Schon bei der Bepflanzung des Gartens dürfte es Diskussionen geben, ob man giftige Pflanzen im Garten dulden sollte. Dabei muss man sich klar machen, dass unendlich viele Pflanzen mehr oder weniger toxisch sind, angefangen von Anemonen über Maiglöckchen, Tränendes Herz, Goldregen, Oleander, Christrosen, Winterlingen… Wenn man alle Gewächse aus der Siedlungsnähe verbannt, von denen nur theoretisch eine Gefahr ausgehen könnte, würden die Gärten recht langweilig.
Allerdings haben hochgiftige Pflanzen wie Goldregen, Rizinus, Blauer Eisenhut, Tollkirsche, Fingerhut u. a. zumindest nichts in allgemein zugänglichen Vorgärten und nahe der Terrasse verloren. Gewächse mit verlockenden Früchten wie Eiben, Einbeeren, Tollkirschen und Goldregen sind immer eine große Gefahr, wenn Kinder in der Nähe sind.
Wasserstellen kindersicher gestalten
Für kleine Kinder sind auch die Dinge gefährlich, für die sich die Erwachsenen am meisten begeistern: Schwimmteiche, Seerosenbecken und Brunnen. Gehören die Kinder zur Familie, müssen die Wasserstellen in den ersten Jahren mit Zäunen oder Abdeckgittern gesichert werden. In einem offenen Vorgarten sollte man aus Sicherheitsgründen keine auch noch so kleinen Teiche anlegen.
Sicher arbeiten mit Werkzeugen und Geräten
Alle im Garten verwendeten Werkzeuge wie Leitern, Häcksler, Heckenscheren und Motorsägen müssen den neuesten Sicherheitsstandards entsprechen. Bei der Haus- und Gartenarbeit passieren mehr Unfälle als im Straßenverkehr. Häufige Ursache sind morsche Holzleitern, falscher Auf- und Abstieg, gefährliches Überlehnen auf der Jagd nach dem letzten Apfel und leichtsinnige Manöver mit den Elektrogeräten.
Stolperfallen vermeiden und Wege beleuchten
Achten Sie bei der Anlage der Wege und Terrassen auf sichere, rutschfeste Beläge. Die Wege sollten ausreichend breit und ohne Stolperfallen sein. Eine Grundausleuchtung des Gartens am Abend, zumindest an allen Treppen und Wegen, ist unverzichtbar. Soll der Wegverlauf auch nachts zu sehen sein, sind für den Dauereinsatz Energiesparlampen oder Solarleuchten die richtige Lösung.
Sicher durch den Winter
Im Winter stellen vereiste oder verschneite Wege ein Unfallrisiko dar. Für die Sicherheit auf dem Gehweg und auf dem Weg vom Gartentor zum Haus ist man verantwortlich. An Werktagen muss ab 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 9 Uhr geräumt sein, sonst haftet man bei Unfällen.
Licht als Schutz vor unerwünschten Besuchern
Mit der Erwähnung der abendlichen Beleuchtung ist ein weiterer Aspekt der Sicherheit angesprochen, der vielen Menschen jetzt sehr am Herzen liegt: der Schutz vor unerwünschten Besuchern. Ein gut beleuchteter Eingang wirkt freundlich und erleichtert das schnelle Erkennen des Wartenden. Die Eingangsbeleuchtung sollte entweder über einen längeren Zeitraum eingeschaltet bleiben oder durch Bewegungsmelder mit kurzen Einschaltzeiten gesteuert werden.
Freie Sicht auf Eingang und Gartentor
Bei kleineren Grundstücken dürfen Büsche und Bäume nicht die Sicht vom Haus auf das Eingangstor versperren. Mit einer smarten Klingel mit Kamera und integrierter Gegensprechanlage an der Tür oder am Gartentor sehen Sie sofort, wer draußen steht. Auch wenn Sie nicht zuhause sind, können Sie von Ihrem Smartphone aus mit dem Besucher reden.
Einbruchschutz durch Beleuchtung
Ein gut beleuchteter Garten beugt Diebstahl und Einbruch wirkungsvoll vor. Unerwartet eingeschaltetes, helles Licht schlägt, wie die Kriminalstatistik beweist, Einbrecher in die Flucht. Auf so eine Einbruchs-Sicherheits-Beleuchtung sollten Sie nicht verzichten. Am besten sind noch Zusatzscheinwerfer, die auch in den letzten Winkel des Gartens leuchten.
Bewegungsmelder gezielt einsetzen
Bewegungsmelder aktivieren die Lampen und Strahler. Damit das Sicherheitslicht nicht die Bewohner, sondern die Einbrecher blendet, sind die Leuchten vom Haus weg gerichtet. Die Bewegungsmelder, die die Lampen steuern, müssen fachmännisch eingestellt sein, damit nicht jede streunende Katze, jeder vorbeifliegende Vogel, jeder Passant auf dem Bürgersteig die ganze „Festbeleuchtung“ auslöst.
Smart Home für mehr Sicherheit
Moderne Smart-Home-Systeme bieten viele Möglichkeiten, gegen Einbruch vorzubeugen: Licht abends an- und ausschalten, Rollläden abends herunterfahren und morgens wieder hoch, spezielle Lampen, die das flackernde Licht von Fernsehern nachahmen.
Zäune und Mauern als Schutz
Zäune und Mauern, die das Grundstück begrenzen, dürfen keine Kletterhilfe durch Absätze und Vorsprünge bieten. Die Oberkante sollte zusätzlich gesichert sein, beim Zaun etwa durch scharfe Spitzen, bei der Mauer durch Stacheldraht oder einzementierte Scherben.
Schutz durch Hecken und Dornen
Hohe, dichte Hecken aus Hainbuche (Carpinus betulus) oder Liguster (Ligustrum vulgare) sorgen auch für guten Schutz. Noch wirkungsvoller sind stachelige Barrieren, etwa aus Feuerdorn. Optimal wirken Rosenhecken. So zeichnen sich die Kartoffelrose (Rosa rugosa) und die Weinrose (Rosa rubiginosa) nicht nur durch zauberhafte Blüten, sondern auch durch dichte borstige Stacheln aus. Einen Doppeleffekt erzielt, wer mit widerborstigen Pflanzen Mauern und Zäune begrünt.
Keine Kletterhilfen für Einbrecher
Im Garten heißt es dann: keine Kletter- und Einstiegshilfen geben. Die Grundstücksbepflanzung, insbesondere Bäume und hohe Sträucher, muss weit genug von Türen, Treppen, Erdgeschoss- und Kellerfenstern entfernt sein. Leitern, Mülltonnen, auch Gartenmöbel sollten nicht ungesichert auf dem Grundstück herumstehen. Sie sind ideal zum Klettern.
Und was ist mit dem Kinderspielzeug?
Nur eins können Sie ruhig auf dem Grundstück verstreuen: Kinderspielzeug (selbst wenn Sie keine Kinder haben). Unter Einbrechern hat es sich laut Polizeierkenntnissen herumgesprochen, dass bei Familien mit Kindern nichts zu holen ist.


